Was macht mich wirklich glücklich?

9/01/2014

Auch wenn ich nicht so aussehe, gehen mir in letzter Zeit oft ein paar existenzielle Fragen durch den Kopf... Es fing vor einigen Wochen an, als ich in der Badewanne saß und mir da stundenlang Gedanken über meine aktuelle Situation und die Zukunft gemacht habe. Irgendwie haben mich diese Gedanken unglücklich gemacht, obwohl eigentlich alles okay war, aber anscheinend reichte das nicht.

Es ist fast gruselig, aber mein Freund braucht mich nicht zu sehen oder zu hören - wenn er in meiner Nähe ist, nimmt er sofort Verstimmungen von mir wahr, als würde ich Schwingungen aussenden und er hätte die passenden Antennen dazu. Er fragte mich, was los sei, nahm mich in den Arm und ich fing an zu weinen. Ich wusste gar nicht genau was los war, aber ich glaube, ich war vor allem traurig, dass ich in meinem Leben noch nicht das gefunden habe, was mich wirklich glücklich macht.

Nach einem Fachwechsel mag ich meinen Studiengang sehr, es macht mir Spaß und interessiert mich, aber es ist nicht wirklich das, wofür ich brenne; womit ich mich stundenlang beschäftigen kann, ohne zu merken wie die Zeit verfliegt. So etwas hätte ich gern - etwas, was mich erfüllt und was ich liebe, meine Urmotivation. Ich möchte nicht immer so viele Dinge anfangen und nicht zu Ende führen, sondern bei etwas bleiben, ohne mich zwingen zu müssen.

Andere mögen vielleicht über Leute lachen, die in ihrer Freizeit Ritterkämpfe austragen oder in Fantasy-Kartenspiel-Ligen spielen, ich empfinde nur Neid, dass sie schon etwas haben, was sie erfüllt. Das sind definitiv keine böswilligen Gefühle, sondern sehnsuchtsvolle. Aber ich lebe so in den Tag hinein und ändere nichts. 

Eigentlich sollte es mir sehr gut gehen, wieso beklage ich mich überhaupt? Ich bin gesund, kann das essen, was ich möchte, ich muss nie frieren, oder körperlich hart arbeiten, fahre mehrmals im Jahr in den Urlaub und ich liebe meine Familie. Ich habe sogar meinen Traummann an meiner Seite, den ersten Freund, den ich für immer haben möchte, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will. Ich weiß wirklich nicht, warum das nicht genug sein kann...

Vor allem in den Semesterferien kommt mir alles etwas sinnlos und trist vor, obwohl ich nebenbei arbeite. Aber vielleicht gerade deswegen, denn es macht wenig Spaß, lediglich die praktischen Vorteile überwiegen. Aber gerade deshalb möchte ich "etwas" für mich finden. Was genau, das weiß ich noch nicht und werde es sicher nicht durch Nachdenken herausfinden. Ich habe und werde viele inspirierende Sachen lesen, um aus meiner Comfort-Zone herauszukommen und neue Dinge zu probieren, nicht so schnell absagen und nein sagen, öfter einfach raus in die Natur, mehr körperlich betätigen und nicht so viel Zeit vergeuden, Ziele setzen, aufschreiben und daran arbeiten, die Zukunft visualisieren und vor allem dankbar sein, für das, was ich habe und bin - was leichter klingt, als es ist. Aber wenn man sich ein paar Monate oder Jahre zurückversetzt und sich vor Augen führt, wieviel man in der Zeit erreicht hat und wie man sich verändert hat, ist das eine tolle Hilfe, Dinge zu schätzen.

Ich habe seit meinem Mini-Zusammenbruch viel verändert. Ich führe To-Do-Listen, um meinen Tag besser zu organisieren und um genau zu sehen, was ich geschafft habe, das motiviert wahnsinnig. Ich gehe nicht mehr ins Fitnessstudio, sondern mache nur noch zu Hause etwas, wenn ich wirklich Lust habe (was erstaunlich oft ist) und Yoga, ohne Zwang, weil ich es liebe und ich bin mir sicher, dass es mich mein restliches Leben begleiten wird. Ich liebe kochen schon immer und nehme mir nun mehr Zeit dafür. Ich liege jeden Abend im Bett und denke bewusst über mein schönes Leben nach. Ich visualisiere meine Ziele, damit meine Träume Wirklichkeit werden. Mir geht es viel besser!

Hier noch drei Links, die ich heute sehr inspirierend fand:






2 Kommentare

  1. Toller Text! Ich mag deinen Schreibstil sehr und finde diesen Artikel wirklich richtig gut und auch in einer gewissen Art und Weise aufbauend. Ich habe zur Zeit auch das Gefühl gewisse Dinge in meinem Leben verändern zu wollen. Aber das ist immer leichter gesagt als getan und ich bin nicht die mutigste, wenn es um Veränderungen geht :/

    www.leemaryejsick.blogspot.com

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    1. Dankeschön, obwohl es schon sehr persönlich ist... Ich glaube jedem fallen Veränderungen schwer. Ich fand den Spruch: "Lieber machen, als gut machen", total toll. Also einfach anfangen, bevor man Gründe finden könnte, die dagegen sprechen :)

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